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Napoleon

Kindheit

Napoléon wurde als Napoleone Buonaparte bzw. korsisch Nabulione in Ajaccio auf der italienischen Insel Korsika geboren, die nach einem langen Unabhängigkeitskrieg gegen Genua im Jahre 1768 an Frankreich verkauft wurde. Später fälschte Napoleon das Geburtsdatum auf den 15. August 1769, ein Zeitpunkt zu dem die Insel bereits französisch war. Er war der zweite Sohn von Carlo di Buonaparte und Letizia Ramolino, die gemeinsam 13 Kinder hatten, von denen jedoch nur acht die frühen Kindheitsjahre überlebten. Die Familie gehörte dem korsischen Kleinadel an und war seit dem frühen 16. Jahrhundert auf der Insel präsent. Ihre Wurzeln liegen in der italienischen Toskana. Napoléons Vater war der Sekretär von Pascal Paoli, einem korsischen Revolutionär und Widerstandskämpfer und hatte mit diesem für die Unabhängigkeit Korsikas gekämpft. Paoli war Napoléons Jugend-Vorbild. Als studierter Jurist hatte Napoléons Vater an einer korsischen Verfassung mitgearbeitet, beugte sich aber 1769 der französischen Oberhoheit. Er arbeitete fortan als Advokat bzw. Richter und als Winzer und Landwirt auf seinen Gütern. Darüber hinaus war er gewählter Adelsvertreter im korsischen Standesparlament und in Paris. Aufgrund seiner umfangreichen Bibliothek und dem Einfluss des Vaters interessierten sich seine älteren Söhne, darunter Napoléon, früh für Geschichte, Literatur und Jura.

Jugend und militärische Ausbildung

Dank eines königlichen Stipendiums, welches Ludwig XVI. für verarmte aber verdiente französische Adlige ins Leben gerufen hatte, zog der zehnjährige Napoleone – Napoléon, wie er nun genannt wurde – 1779 zusammen mit seinem Bruder Joseph nach Frankreich in ein Internat in Autun wo er – erst jetzt – die französische Sprache lernte. Danach ging er an die Kadettenschule von Brienne. Hier galt er als Stipendiat und einziger Korse als Außenseiter, aber auch als guter Schüler. Ein besonderes Talent entwickelte er in der Mathematik, außerdem interessierte er sich für die großen Helden der Geschichte wie Alexander den Großen und Julius Caesar. Seine Lieblingslektüre war – ähnlich wie bei Friedrich dem Großen – die Parallel-Biographien von Plutarch, in denen je ein bedeutender Grieche und Römer gegenübergestellt und in ihrem Wert als Vorbilder sittlich-heroischer Lebensführung abgewogen werden. Mit zwölf Jahren hegte er den Wunsch, zur See zu fahren. Als 1783 Großbritannien und Frankreich ihren Seekrieg beendeten, versuchte er sogar, in die britische Marine aufgenommen zu werden. 1784 wurde er in der École royale militaire in Paris angenommen und erreichte die Stadt am 21. Oktober. Da er weiterhin zur Marine wollte, kam er in die Artillerie-Klasse, wo er u. a. Hydrostatik, Differential- und Integralrechnung studierte.

Am 24. Februar 1785 starb sein Vater an Magenkrebs und Napoléon übernahm die Rolle des Familienoberhauptes, die eigentlich seinem älteren Bruder Joseph Bonaparte zustand. Im gleichen Jahr konnte Napoléon sein Studium, aufgrund seiner guten Leistungen, vorzeitig beenden und erhielt, kaum 16 Jahre alt, sein Offizierspatent. Da die französische Marine in diesem Jahr keine Offiziere suchte, entschied er sich für das Regiment La Fère in Valence, der Korsika am nächsten gelegenen Garnisonsstadt. Dort nahm er als Leutnant im Januar 1786 seinen Dienst auf, bis er im Juni 1788 nach Auxonne versetzt wurde. Um seine Mutter zu entlasten, nahm er seinen elfjährigen Bruder Louis zu sich und kümmerte sich um dessen Erziehung.

Ein Soldat der Revolution

 Als im Frühjahr des Jahres 1789 die Französische Revolution ausbrach, emigrierte Napoléon nicht, wie viele andere Offiziere, sondern wurde trotz seiner eigenen Adelsabstammung glühender Befürworter der Republik und deswegen bald zum Hauptmann befördert. Bonaparte versah zunächst nur einige unbedeutende Ordnungsaufgaben in der französischen Provinz und hielt sich zumeist in seiner Heimat Korsika auf, wo die Nationalbewegung einen neuen Aufschwung erlebte und die Unabhängigkeit von Frankreich anstrebte.

Im Jahre 1792/93 erhielt Napoléon sein erstes militärisches Kommando und wurde mit der Befehlsgewalt über ein Freiwilligen-Bataillon der korsischen Nationalgarde für die Invasion nach Sardinien betraut, mit dem sich die Französische Republik seit 1792 im Krieg befand. Der Landungsversuch scheiterte jedoch, wofür Bonaparte vor allem die französischen Truppenteile verantwortlich machte. Die undurchsichtige Verwicklung seiner Brüder in einen Staatsstreich gegen den Führer der korsischen Unabhängigkeitsbewegung Pasquale Paoli zwang die Familie im Sommer 1793 Korsika fluchtartig zu verlassen und völlig verarmt nach Frankreich zu gehen.

1793 wurde Hauptmann Napoleon zur Belagerungsarmee vor Toulon kommandiert. Die Stadt wurde, unterstützt von der englischen Flotte, von königstreuen Royalisten gehalten. Am 25. November 1793 trug Napoleon dem Befehlshaber General Dugommier seinen Plan für den Sturm auf die Stadt vor. Dieser führte am 19. Dezember zur Eroberung von Toulon. Auf Grund der Empfehlung des sich in der Belagerungsarmee aufhaltenden Augustin Robespierre, des Bruders von Maximilien, wurde Napoleon im Alter von 24 Jahren dafür zum Brigadegeneral ernannt. Dies bildete den Auftakt seiner beispiellosen militärischen Karriere.

Der Italienfeldzug und die Expedition nach Ägypten

Nach der Entmachtung und Hinrichtung Robespierres fiel Napoléon in Ungnade und wurde kurzfristig in Haft genommen. Wenig später wurde er Kommandeur der Westarmee gegen die Royalisten in der Normandie. Am 5. Oktober 1795 schlug er im Auftrage Paul de Barras' und des Direktoriums, unter dem Einsatz von Geschützen, einen Aufstand der Royalisten in Paris nieder. Dieser Sieg brachte ihm das Vertrauen des Direktoriums und am 27. März 1796 den Oberbefehl über die Italienarmee. Zur selben Zeit lernte er Joséphine, die Geliebte Barras', kennen, die er am 9. März 1796 heiratete.

Als Kommandierender General der schlecht ausgerüsteten französischen Truppen in Italien gelang es ihm mehrfach, die österreichischen Truppen zu besiegen. Österreich, unter der Führung von Erzherzog Karl, musste daraufhin den Frieden von Campo Formio annehmen.

1798 marschierte Napoléon in Ägypten ein, um Großbritanniens Zugang nach Indien zu stören. Napoléon, als selbstverstandener Förderer der Aufklärung, nahm Gelehrte auf seine Expedition mit. Der Stein von Rosetta ist ein bekannter Fund jener Expedition.

Napoléons Expeditionsflotte wurde im August 1798 in der Seeschlacht von Abukir von der britischen Flotte unter Nelson fast völlig zerstört. Daher war Napoléon von der Versorgung auf dem Seeweg abgeschnitten. Er setzte seinen Ägyptischen Feldzug fort. Als ihn das Gerücht über einen bevorstehenden Umsturz in Frankreich erreichte, verließ er, unter Zurücklassung seiner Truppen, Ägypten am 23. August 1799 an Bord der Fregatte Muiron. Mit viel Glück segelte er durch die Blockade der Royal Navy und erreichte am 30. September Ajaccio auf Korsika. Das französische Festland betrat er bei St. Raphael wieder am 9. Oktober.

Bürger Napoléon Bonaparte – Erster Konsul der Französischen Republik (1799–1804)

In Europa formierte sich eine Koalition gegen Frankreich, die Royalisten wurden wieder mächtiger. In den darauf folgenden Wochen planten Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos, Direktoren der französischen Regierung, einen Staatsstreich. Dafür benötigten sie aber militärische Hilfe und Napoléon war ihr Mann um die Truppen zu führen. Am 9. November 1799 marschierte Napoléon mit seiner Armee in Paris ein und führte den Staatsstreich des 18. Brumaire VIII durch. Eine vorläufige Regierung, die aus den drei Konsuln Napoléon Bonaparte, Emmanuel Joseph Sieyès und Roger Ducos bestand, wurde ernannt. Sieyès′ verfasste eine neue Verfassung die am 12. Dezember 1799 verabschiedet wurde. Sie trat am 24. Dezember 1799 in Kraft und wurde 1800 durch eine Volksabstimmung bestätigt. Der 30-jährige Bonaparte wurde als Erster Konsul faktisch zum Alleinherrscher.

Er vollzog mehrere dauerhafte Reformen im Bildungswesen, in der Verwaltung sowie im Rechts- und Finanzwesen. Seine Gesetzessammlung, der Code Civil oder Code Napoleon, wie sie nach Napoléon auch genannt wurde, hat bis zum heutigen Tag in vielen Ländern Bedeutung.

Im Jahre 1800 griff Napoléon Österreich an und besiegte es erneut, vor allem in der Schlacht bei Marengo am 14. Juni 1800. In der Schlacht fiel sein enger Mitstreiter General Desaix. Danach unterschrieben auch die Briten einen Friedensvertrag.

1802 ließ Napoléon die Sklaverei in den französischen Kolonien wieder einführen, was auf Haiti 1804 erneut zu einem Aufstand führte, der dem Land schließlich die Unabhängigkeit brachte. Im gleichen Jahr war Thomas Jefferson bereit, New Orleans von Napoléon zu kaufen, der kurz zuvor der unumstrittene Herrscher von Frankreich geworden war und Louisiana von Spanien erworben hatte. Jefferson sandte James Monroe nach Paris, um die Verhandlungen beim Verkauf von Louisiana zu unterstützen.

Nach einer aufgedeckten Verschwörung im August 1803 um Georges Cadoudal, Pichegru und General Moreau, die ein Attentat im Malmaison auf Napoléon planten, ließ Bonaparte den Herzog von Enghien als Führer der Royalisten entführen, verurteilen und erschiessen. Dies schadete Napoléon außenpolitisch insbesondere in Deutschland und Preußen, da man die eigenen Souveränitätsrechte bedroht sah. Innenpolitisch hatte Bonaparte jedoch mit dieser “terroristischen Hinrichtung” (Louis Bergeron) alle weiteren royalistischen Komplotte erstickt und die Zustimmung der breiten Bevölkerung hinter sich.

Napoléon I. – Kaiser der Franzosen (1804–1815)

Die Kaiserkrönung

Nachdem Napoléon seinen Einfluss auf die Schweiz und Deutschland vergrößert hatte, gab eine Meinungsverschiedenheit über Malta den Briten einen Vorwand, um Frankreich 1803 den Krieg zu erklären und die französische royalistische Opposition zu unterstützen (Beginn der Napoleonischen Kriege). Nachdem ihm in einer Volksabstimmung die Kaiserwürde angetragen wurde, krönte sich Napoléon am 2. Dezember 1804 in der Zeremonie selbst zum Kaiser. Am 26. Mai 1805 wurde Napoléon im Mailänder Dom mit der Eisernen Krone der Langobarden zum König von Italien gekrönt.

Austerlitz

Im April 1805 unterzeichneten Großbritannien und Russland einen Vertrag, um Holland und die Schweiz zu befreien. Österreich trat der Allianz bei, nachdem Genua annektiert und Napoléon zum König Italiens ausgerufen worden war. Napoléon bereitete eine Invasion von England vor und hatte dazu Invasionstruppen von 150.000 Mann bei Boulogne versammelt. Der französische Plan, gemeinsam mit den Spaniern die Briten zur See zu schlagen, schlug bei Trafalgar fehl und die Briten erlangten die dauerhafte Herrschaft über die Weltmeere. Angesichts der drohenden Übermacht von Großbritannien, Russland und Österreich war es entscheidend für Napoléon, die Großmächte einzeln zu vernichten. Der erste Schlag traf mit einer Blitzkampagne die Österreicher in der Schlacht von Elchingen bei Ulm (25. September – 20. Oktober 1805), wo General Karl Mack von Leiberich gezwungen wurde, mit seiner gesamten Armee von anfangs 70.000 Mann zu kapitulieren. Damit stand Napoléon der Weg nach Wien offen: Nach kleineren Scharmützeln entlang der Donau gelang seinen Truppen am 13. November die kampflose Einnahme Wiens. Im Anschluss lockte Napoléon die Russen und Österreicher durch geschickte Vortäuschung eigener Schwäche in die Schlacht bei Austerlitz (auch Dreikaiserschlacht), die er am 2. Dez. 1805 gewann.

Krieg gegen Preußen

Im Ergebnis der Schlacht von Austerlitz wurde Napoléon faktisch Herrscher über die meisten Gebiete Europas. Die daraufhin, im Mai 1806, begonnenen Verhandlungen zwischen England und Frankreich scheiterten aber am Widerstand Preußens gegen die von Napoleon vorgeschlagene Aufteilung Deutschlands. Ein preußisches Ultimatum vom 26. August 1806 forderte, Napoleon solle seine Truppen bis zum 8. Oktober über den Rhein zurückführen. Napoleon stieß daraufhin mit seinen Truppen vom Main aus durch Thüringen auf die preußische Hauptstadt Berlin vor. Im Oktober 1806 kam es zu der Schlacht bei Jena und Auerstedt, in der die preußischen Truppen vernichtet wurden. Die französischen Truppen marschierten in Berlin ein. Mit den verbliebenen Truppen setzte Preußen den Kampf an der Seite der russischen Armee fort. Erst nach weiteren blutigen Schlachten (z. B. die Schlacht bei Preußisch Eylau) wurde der Krieg endlich beendet. Als Napoleon am 21. Juni 1807 einen Waffenstillstand mit Russland schloss, hatte er – bis auf England, Schweden und das Osmanische Reich – sämtliche europäische Staaten erobert oder mit Verträgen an sich gebunden. Nur wenige Wochen später kam es am 9. Juli zum Frieden von Tilsit, in dem festgelegt wurde, dass Preußen die Hälfte seines Staatsgebietes abtreten und 120 Millionen Francs an die Franzosen zahlen musste.

Napoléon setzte mit der Kontinentalsperre einen europaweiten Handelsboykott gegen Großbritannien durch und setzte einen neuen König in Spanien ein. Die Spanier erhoben sich und es gelang Napoléon nicht, den Aufstand niederzuschlagen.

Die Heirat mit Marie Louise

Während Napoleon in Spanien kämpfte, marschierte die österreichische Armee unter Erzherzog Karl von Österreich in Bayern ein. Napoleon war aus Spanien, über Paris nach Bayern geeilt und traf am 16. April 1809 in Donauwörth ein. Am 21. Mai 1809 überquerten seine Truppen südöstlich Wiens die Donau. In der Schlacht von Aspern-Essling stoppten die Österreicher den französischen Vormarsch. Diese Schlacht wurde zur ersten Niederlage Napoleons. In der Schlacht bei Wagram konnte er aber letztendlich Erzherzog Karl besiegen. Im Friede von Schönbrunn musste Österreich daraufhin auf Dalmatien, Krain und das Küstenland verzichten. Das Land musste der anti-englischen Kontinentalsperre beitreten und sein Heer auf 150 000 Mann reduzieren. Ferner wurde ein Militärbündnis zwischen Österreich und Frankreich geschlossen.

Im selben Jahr ließ sich Napoléon von Joséphine scheiden, da ihre Ehe kinderlos blieb. Josephine hatte ihre Unfruchtbarkeit schon länger geahnt, aber aus Angst vor einer Scheidung die Behauptung aufgestellt, er könne ihr keine Kinder zeugen, da sie zwei Kinder aus ihrer ersten Ehe hatte. Die Generäle und Politiker Napoléons bedrängten ihn Marie-Louise von Habsburg, die älteste Tochter des österreichischen Kaisers Franz I. zu heiraten. Die Ehe, bei deren Schließung vor allem politischer Vorzüge wie die Stärkung des österreichisch-französischen Bündnisses und der Legitimation des Kaiserreichs eine wichtige Rolle spielten, wurde im Jahr 1810 geschlossen. Leidtragende dabei war die Braut, seit ihrer Kindheit stand sie Napoléon ablehnend gegenüber. Schließlich wurde sie doch der Staatsräson geopfert. Außerdem brauchte Napoléon einen Nachfolger, den ihm Marie Louise 1811 schenkte, als sie Napoléon II. gebar. Napoléon versuchte zweimal, ihn als Erben einzusetzen, aber regiert hat er nie.

Der Rußlandfeldzug

Zar Alexander I. von Russland war Ende 1810, aus wirtschaftlichen Gründen, nicht bereit, sich an der von Napoléon verhängten Kontinentalsperre gegen England zu beteiligen. Da Napoléon die Kontinentalsperre als einziges Kampfmittel gegen England ansah, führte diese Entscheidung dazu, dass er am 24. Juni 1812 mit seiner Grande Armée aus rund 612.000 Soldaten den Memel überschritt. Sein Plan für den Rußlandfeldzug war, wie in den bisherigen Blitzfeldzügen eine schnelle spektakuläre Entscheidungsschlacht herbeizuführen, die den Krieg bald beenden und Friedensverhandlungen einleiten sollte. An eine Besetzung Russlands war nicht gedacht. Doch die russischen Truppen unter der Führung von Barclay de Tolly wichen in die Weiten des Landes aus. Der neue Befehlshaber Feldmarschall Kutusow stellte sich Napoleon erst in der Schlacht von Borodino, vor den Toren Moskaus, in der 50.000 Mann auf beiden Seiten ihr Leben ließen.

Durch diesen Pyrrhussieg gelang es Napoléon zunächst, ohne weiteren Kampf Moskau einzunehmen. Von 250.000 Einwohnern waren 15.000 geblieben; die meisten hatten Moskau verlassen, alles Essbare mitgenommen und die Stadt in Brand gesetzt. Die Soldaten der Grande Armée litten unter Hunger und Krankheiten. Der Zar verweigerte Verhandlungen. Am 18. Oktober gab Napoleon den Befehl zum Abmarsch. Fehlender Nachschub, Krankheiten sowie die Angriffe der russischen Kosaken setzten den französischen Truppen schwer zu. In der Schlacht an der Beresina wurde Napoleons Grande Armee endgültig zerschlagen. Nur 40.000 napoleonische Soldaten übertraten im Dezember 1812 die preußische Grenze. Napoléon war schon vorher nach Paris geflohen, um eine neue Armee aufzustellen.

Durch diese schwere Niederlage Frankreichs ermutigt, griffen mehrere Nationen in Europa gegen Frankreich zu den Waffen. Die endgültige Niederlage der Franzosen kam 1813 in der Völkerschlacht bei Leipzig. 1814 bildete sich ein Bündnis aus Großbritannien, Russland, Preußen und Österreich gegen Napoléon.

Der Feldzug von 1814 auf französischem Boden gilt auch heute noch militärgeschichtlich betrachtet strategisch wie taktisch als Napoléons “Meisterstück” und Illustrierung napoleonischer Taktik überhaupt: Mit deutlich unterlegenen Kräften durch geschicktes und temporeiches Manövrieren den zahlenmäßig drückend überlegenen, aber getrennt marschierenden Feind jeweils einzeln zu schlagen. Auf Grund ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit nahmen die alliierten Truppen jedoch am 31. März Paris ein.

Elba, Herrschaft der Hundert Tage und Waterloo

 Nachdem Napoléon geschlagen war, dankte er zum ersten Mal am 11. April 1814 in Fontainebleau ab und wurde auf die Mittelmeerinsel Elba verbannt. Dort landete er am 4. Mai 1814. Als Herrscher über die damals 10.000 Einwohner behielt er seinen Kaisertitel. Ermutigt von Meldungen über die wachsende Unzufriedenheit des französischen Volkes mit der Herrschaft Ludwigs XVIII. war Napoleon am 1. März 1815 von seinem Exil auf der Insel Elba nach Frankreich zurückgekehrt. Die Armeen, die ihn aufhalten sollten, empfingen ihn als ihren Führer. Er erreichte Paris und regierte weitere 136 Tage. Diese Zeit wird auch als die Herrschaft der Hundert Tage bezeichnet.

Österreich, Russland, England und Preußen hatten sich daraufhin auf dem Wiener Kongress zum militärischen Eingreifen entschieden. Am 25. März erneuerten sie ihre große Allianz von 1814 und verpflichteten sich, eine Armee von insgesamt 700.000 Mann aufzustellen.

Napoleon wusste, dass er einem solchen Heer nichts Gleichwertiges entgegenzustellen hatte und entschied sich für einen Präventivschlag, solange die Armeen der Österreicher und Russen sich noch nicht mit den englischen und preußischen Truppen vereinigt hatten. Zu diesem Zweck baute er bis Mitte Juni ein neues, schlagkräftiges Heer auf und verließ am 12. Juni Paris, um das Kommando über die rund 128.000 Mann starke “Armée du Nord” zu übernehmen. Am 15. Juni überschritt die französische Armee die Grenze zu Belgien und stand zwischen den Verbündeten. Am 16. Juni schlug er die Verbündeten in der Schlacht bei Quatre-Bras und der Schlacht bei Ligny. Am 18. Juni 1815 griff Napoléon die Briten unter dem Herzog von Wellington nahe dem belgischen Ort Waterloo an. Als die preußischen Truppen unter Marschall Blücher den Briten zu Hilfe kamen war die Schlacht verloren. Das Ende dieser Schlacht markiert gleichzeitig das Ende der Napoleonischen Kriege.

Verbannung, das Ende auf St. Helena und Aufbahrung

Napoléon musste am 22. Juni 1815 erneut abdanken. Die meisten der durch seine Eroberungskriege verursachten Veränderungen auf der politischen Landkarte wurden im Zuge des Wiener Kongress wieder rückgängig gemacht. Napoléon wurde auf die britische Insel St. Helena im Südatlantik verbannt. Dort schrieb er seine Memoiren und starb am 5. Mai 1821. Sein Leichnam wurde noch am selben Tag obduziert und am 9. Mai in einem vierfachen Sarg beigesetzt.

Fast zwanzig Jahre nach seinem Tod wurde Napoléon Bonapartes Leichnam, am 15. Oktober 1840, exhumiert und in den Pariser Invalidendom überführt. Er ist dort seit dem 15. Dezember 1840 in einem Sarkophag aufgebahrt.

Quelle: wikipedia  (GNU-Lizenz der freien Dokumentation)
             leicht gekürzt

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